Activity Flowchart

Kette aus Aktivitäten und Entscheidungen mit Nacharbeits-Bögen

Aufbau

Das Activity-Flowchart bildet eine Kette aus Aktivitäten (Rechtecke) und Entscheidungen (Rauten) von links nach rechts ab. In der Raute steht eine Ja/Nein-Frage; ihre beiden Ausgänge sind an den Ecken beschriftet, an denen sie die Raute verlassen: „Ja" rechts, wo die Kette weiterläuft, „Nein" unten. „Ja" ist dabei der Weiterfluss selbst und trägt kein Ziel. Nur der Nein-Ausgang zweigt ab: Er öffnet unter dem Hauptpfad ein eigenes Band, und erst an dessen Ende steht das Ziel — der nächste Schritt, das Prozessende oder ein Sprung auf einen anderen Schritt.

Wann verwenden?

Das Activity Flowchart eignet sich in der Analyze-Phase, wenn ein Ablauf mit klaren Entscheidungspunkten und möglichen Rücksprüngen dokumentiert werden soll — z. B. Freigabe-, Prüf- oder Genehmigungsprozesse. Im Unterschied zur Prozesskarte verzichtet es bewusst auf Swim Lanes, Input/Output-Klassifikation und Wertschöpfungstypen und konzentriert sich auf die reine Ablauflogik inklusive Verzweigungen.

Bedienung

Über „Aktivität hinzufügen" wird ein neuer Schritt am Ende der Kette angelegt, über „Entscheidung hinzufügen" eine Raute mit Ja/Nein-Ausgängen. Der Ja-Ausgang ist der Weiterfluss: am rechten Zipfel läuft der Wertstrom einfach nach rechts zum nächsten Schritt weiter, es gibt dort nichts zu wählen. Der Nein-Ausgang öffnet dagegen ein eigenes Band unter dem Hauptpfad; erst an dessen Ende sitzt der Target-Picker mit „Nächster Schritt", „Prozessende" oder einem beliebigen anderen Schritt, und dort steht das Ziel immer ausgeschrieben. Ein Rücksprung ist mit ↩ markiert und damit eine Nacharbeitsschleife. Karten und Rauten werden an der blauen Nummer gegriffen; überall sonst bleibt der Text markierbar. Zieht man einen Schritt auf einen Pfeil zwischen zwei Schritten, nimmt er genau diese Stelle in der Kette ein — auch vor dem ersten und hinter dem letzten Schritt, wo während des Ziehens je ein zusätzlicher Pfeil erscheint. Über „Detail-Schritte" lässt sich jede Karte in Unter-Schritte aufklappen. Über „Importieren aus …" lassen sich Schritte aus einer bestehenden SIPOC- oder Process-Map-Instanz übernehmen.

Nein-Band

Jede Raute öffnet unter dem Hauptpfad ein eigenes Band für ihren Nein-Zweig. Darin lassen sich eigene Aktivitäten und weitere Rauten anlegen — eine Raute im Band öffnet ihrerseits ein Band darunter, beliebig tief verschachtelt. Am Ende jedes Nein-Bandes steht ein Platzhalter mit zwei Tasten, „Aktivität hinzufügen" und „Entscheidung hinzufügen", und dahinter der Ausgang des Bandes.

Der Ausgang schreibt sein Ziel immer aus: der nächste Schritt, das Prozessende als Sackgasse (etwa „verschrotten") oder ein Sprung auf einen anderen Schritt — rückwärts mit ↩ als Nacharbeitsschleife markiert, vorwärts als Wiedereinstieg weiter unten in der Kette. Am Wort „Nein" an der unteren Spitze der Raute steht dagegen kein Ziel mehr; es beschriftet nur noch die Kante, die ins Band hinunterführt.

Eine Karte wird an zwei Stellen gegriffen, die sich nicht überschneiden: der Drop auf eine Bandzeile ändert, in welchem Band die Karte liegt, und lässt ihre Kettenposition unangetastet; der Drop auf einen Pfeil zwischen zwei Karten ändert die Kettenposition und lässt das Band unangetastet. Wird eine Raute selbst gezogen, nimmt sie ihr ganzes Band als zusammenhängenden Block mit. Wird sie gelöscht, löst sich ihr Band auf — die Schritte darin erben das Band der gelöschten Raute, statt mit ihr gelöscht zu werden.

Rework-Loops

Zeigt der Ausgang eines Nein-Bands auf einen früheren statt auf den nächsten Schritt, entsteht ein Nacharbeits-Bogen (Rework-Loop) — das Ziel steht am Bandausgang, mit ↩ als Schleifen-Markierung, nicht mehr an der Raute selbst. Der Umweg kann dabei mehr sein als ein bloßer Rücksprung: im Band lassen sich vor dem Sprung zurück beliebig viele Überarbeitungs-Schritte anlegen, z. B. „Angebot überarbeiten" vor der Rückkehr in die Kalkulation. Ein visueller Bogen über die betroffenen Schritte ist noch nicht gerendert; das folgt in einem späteren Task. Jede Schleife braucht einen erreichbaren Ausgang, sonst bleibt der Prozess in der Analyse hängen; ein Ziel „Prozessende" auf mindestens einem Zweig verhindert das.

Beispieldaten

Dieses Modul wird mit den folgenden Beispieldatensätzen ausgeliefert — mit einem Klick in der App ladbar.

Verfügbar in folgenden Zyklen

  • DMAIC: Analyze
  • DMADV: Analyze
  • 8D: D4 — Ursachenanalyse