Multi-Vari-Diagramm

Zeigt Einzelmessungen nach bis zu vier Einflussgrößen gestaffelt und zerlegt die Streuung in Varianzkomponenten — macht sichtbar, wo die Streuung wirklich entsteht.

Multi-Vari-Diagramm

Das Multi-Vari-Diagramm zeigt jede einzelne Messung, gestaffelt nach bis zu vier Einflussgrößen. Es beantwortet die Frage, die eine einzelne Kennzahl verdeckt: entsteht die Streuung zwischen den Schichten, zwischen den Werkzeugnestern oder innerhalb eines Teils?

In Minitab liegt es unter Statistik → Qualitätswerkzeuge → Multi-Vari-Diagramm. Qprovement ergänzt darunter die Tabelle der Varianzkomponenten — sie beziffert, was das Bild zeigt.

Reihenfolge der Einflussgrößen: Position 1 liegt auf der X-Achse und bildet zugleich die äußerste Schachtelungsebene, Position 2 wird zur Serie (Farbe und Symbol), Position 3 zur Panel-Spalte, Position 4 zur Panel-Zeile. Layout und Modell folgen derselben Reihenfolge — Bild und Zahlen können deshalb nicht auseinanderlaufen.

Geschachtelt oder gekreuzt: Geschachtelt: die Stufen des zweiten Faktors existieren nur innerhalb einer Stufe des ersten (Teil 1 aus Nest 1 hat mit Teil 1 aus Nest 2 nichts zu tun). Gekreuzt: jede Stufe kommt mit jeder anderen vor (Maschine 1 läuft in Früh- und Spätschicht).

Daten & Bedienung

  • Messwertspalte — eine numerische Spalte mit den Einzelmessungen.
  • Einflussgrößen — zwei bis vier Spalten mit den Stufen. Zeilen mit leerer Stufe oder nicht-numerischem Messwert werden übersprungen und gemeldet.
  • Reihenfolge — am Griff ziehen. Die Rollenbeschriftung links wandert mit.
  • Schätzer — ANOVA (Henderson I) zerlegt die sequenziellen Quadratsummen über die erwarteten mittleren Quadrate; REML schätzt die Komponenten direkt aus der Likelihood. Bei balanciertem Plan stimmen beide praktisch überein.

Negative Varianzschätzungen werden nach dem Lösen auf 0 gesetzt und in der Tabelle gekennzeichnet. Ein solcher Fall heißt in der Regel: für diese Ebene liegen zu wenige Daten vor.

Fallstricke

  • Unbalancierter Plan. Sind die Zellen unterschiedlich besetzt, hängen die Komponenten vom Schätzverfahren ab. Das Modul weist darauf hin; REML ist dann die belastbarere Wahl.
  • Falsche Modellform. Ein geschachtelter Plan, gekreuzt gerechnet, erzeugt Wechselwirkungsterme, die es gar nicht geben kann. Im Zweifel: existieren die Stufen des zweiten Faktors auch außerhalb der ersten?
  • Größengrenzen. Über 30 Stufen auf Position 1, über 12 Serien auf Position 2 oder über 48 Panels wird das Diagramm nicht gezeichnet — es wäre ohnehin unlesbar. Die Meldung nennt die verantwortliche Spalte; die Varianzkomponenten-Tabelle bleibt gültig. Faktor mit weniger Stufen nach vorn.
  • Anteil ≠ Bedeutung. Ein großer Varianzanteil sagt, wo die Streuung entsteht — nicht, ob sie stört. Erst der Vergleich mit der Toleranz macht daraus eine Aussage.
  • Reihenfolge ist Modell. Das Umsortieren der Faktoren ändert im geschachtelten Fall die gerechneten Terme, nicht nur das Bild.

Beispieldaten

Dieses Modul wird mit den folgenden Beispieldatensätzen ausgeliefert — mit einem Klick in der App ladbar.

Verfügbar in folgenden Zyklen

  • DMAIC: Analyze
  • DMADV: Analyze
  • 8D: D4 — Ursachenanalyse