Glossar

Fachbegriffe der Six-Sigma-Statistik — kurze Definitionen mit Formeln, Querverweisen und Modul-Bezug.

177 Begriffe

Deskriptive Statistik

Prozessfähigkeit

Hypothesentests

Alternativhypothese (H₁)
Die interessante Gegenannahme zur Nullhypothese — z. B. „die Mittelwerte unterscheiden sich“.
ANOVA (Varianzanalyse)
Omnibus-Test für Mittelwerte über drei oder mehr Gruppen — F-Statistik aus Zwischen-Gruppen- vs. Innerhalb-Gruppen-Varianz.
Chi-Quadrat-Test
Prüft kategoriale Häufigkeiten gegen eine Erwartung — auf Unabhängigkeit, Anpassung oder eine geforderte Varianz.
Cramérs V
Effektstärke für den Zusammenhang zweier kategorialer Merkmale — zwischen 0 (unabhängig) und 1 (perfekt).
Effektstärke (Effect Size)
Größe eines Effekts unabhängig von der Stichprobengröße — Ergänzung zum p-Wert, der nur Signifikanz zeigt.
Fehler 1. Art (α, Type I)
H₀ verwerfen, obwohl sie wahr ist — „Alarm ohne Grund“.
Fehler 2. Art (β, Type II)
H₀ nicht verwerfen, obwohl sie falsch ist — echten Effekt übersehen.
Hypothesentest
Statistisches Entscheidungsverfahren — prüft, ob eine beobachtete Abweichung ein echter Effekt oder Zufall ist.
Normalitätstest
Test auf die Annahme, dass Daten aus einer Normalverteilung stammen — Voraussetzung vieler parametrischer Verfahren.
Nullhypothese (H₀)
„Es ist nichts los“-Annahme, die der Hypothesentest zu widerlegen versucht — z. B. „die Mittelwerte sind gleich“.
p-Wert
Wahrscheinlichkeit, die beobachteten (oder extremeren) Daten zu sehen, wenn die Nullhypothese wahr wäre. Klein = Daten unter H₀ schwer erklärbar; nicht die Wahrscheinlichkeit, dass H₀ wahr ist.
Power (Teststärke, 1 − β)
Wahrscheinlichkeit, einen tatsächlich vorhandenen Effekt mit dem Test auch zu entdecken — Zielwert meist 0,80 oder 0,90.
Signifikanzniveau (α)
Vorab festgelegte Risikogrenze, H₀ fälschlich zu verwerfen — meist α = 0,05.
t-Test (Ein-/Zwei-Stichproben, gepaart, Welch)
Familie von Tests für Mittelwerte unter Normalverteilungsannahme — mit t-Verteilung als Referenz.
Teststatistik
Aus den Daten berechnete Kennzahl (z. B. t, z, F, χ²), aus der der p-Wert des Tests abgeleitet wird.
Varianzhomogenität (Levene, Bartlett)
Test auf gleiche Varianzen über mehrere Gruppen — Voraussetzung des t-Tests und der ANOVA.

Messsystemanalyse

Bias (systematische Abweichung)
Differenz zwischen dem Mittelwert der Wiederholmessungen und dem bekannten Referenzwert.
Cg (Wiederholbarkeitsindex)
MSA-Typ-1-Kennzahl für Wiederholbarkeit — vergleicht die Messstreuung mit einem definierten Anteil der Toleranz.
Cgk (Wiederholbarkeits- und Bias-Index)
MSA-Typ-1-Kennzahl, die Wiederholbarkeit und Bias in einer Zahl kombiniert.
Cohen κ
Kappa-Statistik für exakt zwei Prüfer bei nominalen oder binären Merkmalen.
d′ (Sensitivität, Trennschärfe)
SDT-Trennschärfe eines binären Prüfers — wie gut er i.O. von n.i.O. unterscheidet, unabhängig von seiner Entscheidungsschwelle.
Drift-Test (linearer Trend-Test)
Lineare Regression des Kennwerts über die Zeit, gefolgt von einem zweiseitigen t-Test auf die Steigung β₁ — erkennt schleichenden Trend in einer Stabilitäts-Studie.
Effektivität
Anteil der Prüfer-Bewertungen, die mit der Referenz übereinstimmen — die zentrale AIAG-Kennzahl bei attributiver MSA.
False-Alarm-Rate (falscher Alarm)
Anteil der tatsächlich guten Teile, die ein Prüfer fälschlich als n.i.O. bewertet — bei binärer attributiver MSA.
Fleiss κ
Kappa-Statistik für mehr als zwei Prüfer bei nominalen oder binären Merkmalen — Gesamt-Übereinstimmung.
Gage R&R (MSA Typ 2)
Studie, die die Messstreuung in Wiederholbarkeit (EV), Reproduzierbarkeit (AV) und Teile-Streuung (PV) zerlegt.
Genauigkeit (Accuracy)
Oberbegriff aus Richtigkeit und Präzision — wie nah eine Messung dem wahren Wert insgesamt kommt.
Kappa-Koeffizient
Statistisches Maß für die Übereinstimmung zwischen Prüfern, korrigiert um zufällige Übereinstimmung.
Konsens-Fallback (Referenz-Ableitung)
Wenn keine Referenz vorhanden ist, wird je Teil das Mehrheitsvotum der Prüfer als Referenz verwendet; bei Gleichstand ist das Teil ambig.
Kriterium c (Entscheidungsschwelle)
SDT-Entscheidungsschwelle eines binären Prüfers — zeigt, ob er zu „i.O.“ oder „n.i.O.“ neigt, unabhängig von seiner Trennschärfe.
Linearität (MSA Verfahren 4)
Änderung des Bias über den Messbereich — misst das System an jedem Referenzpunkt gleich richtig?
Messunsicherheit (VDA 5 / GUM)
Streubereich, der dem Messergebnis beizuordnen ist — bewertet als Anteil der Toleranz (Q_MS).
Miss-Rate (falsche Annahme)
Anteil der tatsächlich schlechten Teile, die ein Prüfer fälschlich als i.O. bewertet — bei binärer attributiver MSA.
ndc (Anzahl unterscheidbarer Kategorien)
Auflösungskennzahl aus Gage R&R: Wie viele Stufen unterscheidet das Messsystem in der Teilespanne?
Präzision (Precision)
Nähe der Messwerte zueinander — kleine Streuung, unabhängig von der Lage zum Referenzwert.
Referenzteil (Normal / Master)
Kalibriertes Teil mit bekanntem, rückführbarem Wert — Voraussetzung für Bias-Bestimmung in der MSA Typ 1.
Reproduzierbarkeit (Reproducibility)
Präzision unter geänderten Bedingungen — verschiedene Bediener, Geräte oder Labore am selben Teil.
Richtigkeit (Trueness)
Nähe des Erwartungswerts der Messungen zum Referenzwert — Abwesenheit von systematischem Bias.
Signal Detection Theory (SDT)
Rahmenwerk aus der Psychophysik, das die Trennschärfe (d′) und die Entscheidungsschwelle (c) eines binären Beurteilers getrennt schätzt.
Stabilitäts-Studie (MSA Typ 6)
Prüft, ob ein Messsystem über Wochen oder Monate konstant bleibt — Referenzteil wiederholt auf einer Regelkarte gemessen, ergänzt um einen Drift-Test.
Teile-Variation (Part Variation, PV)
Streuung zwischen den Teilen selbst — sollte in Gage R&R die Messsystem-Streuung dominieren.
Weighted κ (gewichtetes Kappa)
Kappa-Statistik für ordinale Skalen — gewichtet nahe Fehlklassifikationen milder als weit entfernte.
Wiederholbarkeit (Repeatability)
Präzision unter engsten Bedingungen: gleicher Bediener, gleiches Gerät, gleiches Teil, kurze Zeit.
Wilson-Konfidenzintervall (Wilson-Score-KI)
Konfidenzintervall für einen Anteil mit besserer Abdeckung als das Wald-Intervall, besonders bei kleinen n und Anteilen nahe 0 oder 1.

Versuchsplanung

Auflösung (Resolution)
Klassifiziert fraktionelle Designs (III / IV / V) danach, welche Effekt-Ordnungen mit welchen konfundiert sind.
Box-Behnken-Design
3-Stufen-Response-Surface-Design ohne Eckpunkte — für Prozesse, bei denen extreme Kombinationen aller Faktoren gleichzeitig unzulässig sind.
Central Composite Design (CCD)
Response-Surface-Design aus Eckpunkten, Sternpunkten und Zentralpunkten — Standard für Optimierung mit Krümmung.
D-optimales Design
Algorithmisch generierter Versuchsplan, der die Determinante der Informationsmatrix maximiert — für Situationen ohne passenden Standardplan.
Definitive Screening Design (DSD)
Modernes Screening-Design mit 3 Stufen, das zusätzlich Krümmung und einzelne Zweifach-Wechselwirkungen auflöst.
DoE (Statistische Versuchsplanung)
Systematische Planung von Experimenten, damit aus möglichst wenigen Versuchen maximale Erkenntnis über Faktoren, Haupteffekte und Wechselwirkungen entsteht.
EVOP (Evolutionary Operation)
Klein-DoE im laufenden Prozess — vorsichtige, wiederholte Faktorvariation zur kontinuierlichen Prozessverbesserung.
Faktor (Factor)
Eine Einflussgröße, die im Versuchsplan bewusst variiert wird — z. B. Temperatur, Druck, Materialtyp.
Haupteffekt (Main Effect)
Der mittlere Einfluss eines einzelnen Faktors auf die Zielgröße, gemittelt über die Stufen aller anderen Faktoren.
Konfundierung / Aliasing
In fraktionellen Designs werden Effekte nicht mehr getrennt geschätzt, sondern als Summe — z. B. Haupteffekt A + Wechselwirkung BC.
Mischungsplan (Mixture Design)
Versuchsplan für Rezepturen, deren Komponenten sich zu 100 % summieren — die Anteile sind nicht unabhängig variierbar.
Plackett-Burman-Design
Hoch effizientes Screening-Design für viele Faktoren in Vielfachen von 4 Versuchen — nur Haupteffekte identifizierbar.
Randomisierung (Randomization)
Zufällige Reihenfolge der Versuchsläufe — verhindert, dass zeitliche Drift mit Faktoreffekten verwechselt wird.
Replikat (Replicate)
Echte, unabhängige Wiederholung eines Versuchslaufs — Grundlage für die Schätzung der reinen Streuung.
Response Surface Methodology (RSM)
Familie von DoE-Methoden, die die Zielgröße als glatte Funktion der Faktoren modellieren — typischerweise mit quadratischem Modell.
Screening-Design
DoE-Plan mit dem Ziel, aus vielen Kandidaten die tatsächlich wirksamen Faktoren herauszufiltern — nicht zu optimieren.
Streuungs-DoE (Dispersion DoE / Dual Response)
Versuchsplan mit Replikaten pro Punkt — modelliert gleichzeitig Mittelwert UND Streuung als Funktion der Faktoren.
Stufe / Level (Faktorstufe)
Konkreter Wert, auf den ein Faktor im Versuch gesetzt wird — Standard: 2 Stufen (−1 / +1) fürs Screening, 3+ für Optimierung.
Taguchi-Design
Robustheits-orientierter Versuchsplan mit orthogonalen Arrays und Signal-Rausch-Verhältnis als Zielgröße.
Teilfaktorieller Versuchsplan (Fractional Factorial)
Ein gezielt gewählter Bruchteil des Vollplans — weniger Versuche, dafür Effektvermischung nach Design-Auflösung.
Varianzkomponenten
Additive Zerlegung der Gesamtvarianz in die Beiträge einzelner Streuquellen — geschätzt per ANOVA/EMS-Verfahren oder REML.
Vollfaktorieller Versuchsplan (Full Factorial)
Alle Kombinationen aller Stufen aller Faktoren werden gefahren — maximale Trennschärfe, aber Aufwand wächst exponentiell.
Wechselwirkung (Interaction)
Zwei Faktoren wirken nicht unabhängig — der Effekt von A hängt vom Stand von B ab.
Zentralpunkt (Center Point)
Zusätzliche Versuchspunkte in der Mitte des Designbereichs — für Krümmungstest und Schätzung der reinen Streuung.
Zielgröße (Response)
Die im Versuch gemessene Ausgangsgröße — z. B. Ausbeute, Festigkeit, Zykluszeit. Was optimiert oder verstanden werden soll.

Statistische Prozesslenkung

±1σ-/±2σ-Zonen (Regelkarten-Zonen A/B/C)
Drei je 1σ breite Bänder zwischen Mittellinie und Regelgrenzen — Grundlage der Nelson-Regeln 5–8.
c-/u-Karte (Fehler pro Einheit)
Attributive Regelkarte für Fehleranzahlen pro Einheit — Poisson-verteilt.
CUSUM-Karte
Kumulierte-Summen-Regelkarte — akkumuliert Abweichungen vom Sollwert und schlägt bei überschrittener Schranke Alarm.
EWMA-Karte
Zeitgewichtete Regelkarte — jeder Punkt ist ein exponentiell gewichteter Durchschnitt; sensibel für kleine anhaltende Verschiebungen.
I-MR-Karte (Individuals / Moving Range)
Regelkarte für Einzelwerte (n = 1) — nutzt Moving Range zweier aufeinanderfolgender Werte als σ-Schätzer.
Mittellinie (CL)
Referenzniveau einer Regelkarte — Mittelwert der Beobachtungen oder Subgruppen-Mittelwerte.
Nelson-Regeln (Western Electric)
Muster-Regeln zur Erkennung von Sonderursachen auf Regelkarten — 8 Regeln, die über den reinen ±3σ-Test hinausgehen.
p-/np-Karte (Anteil defekt)
Attributive Regelkarte für den Anteil defekter Einheiten je Stichprobe — binomialverteilt.
Regelgrenze (UCL / LCL)
Eingriffsgrenzen einer Regelkarte, meist bei ±3σ um die Mittellinie — NICHT identisch mit Spezifikationsgrenzen.
Regelkarte (Control Chart)
Zeitreihen-Diagramm eines Prozesskennwerts mit statistischen Grenzen — trennt Zufalls- von Sonderursachen.
Run Chart
Zeitreihen-Diagramm mit Median-Linie und Lauftests — die Voranalyse zur Regelkarte, ohne Streuungsannahme.
Sonderursache (Special Cause)
Ein systematischer Einfluss außerhalb der normalen Prozessstreuung — auslösend für Regelverletzungen einer Regelkarte.
Subgruppe (Rational Subgrouping)
Kleine Gruppe von Beobachtungen, die möglichst gleichen Bedingungen unterliegen — Grundeinheit von X̄-R- und X̄-S-Karten.
X̄-R-Karte
Klassische Regelkarte für stetige Messgrößen in Subgruppen — X̄ überwacht Lage, R überwacht Streuung.
Zufallsursache (Common Cause)
Natürliche, unvermeidbare Streuung eines Prozesses aus vielen kleinen Einflüssen — dem System eigen, nicht einer Einzelquelle zuordenbar.

Regression

Adjustiertes R²
R²-Variante mit Strafe für zusätzliche Prädiktoren — steigt nur, wenn ein neues X wirklich beiträgt.
GLM (Generalized Linear Model)
Familie von Regressionsmodellen für nicht-normalverteilte Antworten (binär, Zähldaten, Anteile) — Link-Funktion + Verteilung aus der Exponentialfamilie.
Heteroskedastizität
Die Streuung der Residuen ist nicht konstant — sie hängt vom X-Wert oder Vorhersagewert ab (Trichterform im Residuenplot).
Korrelation (Pearson r)
Kennzahl für den linearen Zusammenhang zweier Variablen — Wert zwischen −1 (perfekt gegenläufig) und +1 (perfekt gleichläufig).
Lineare Regression (OLS)
Standard-Regression für stetiges, normalverteiltes Y — Modell , geschätzt per kleinster Quadrate.
Logistische Regression (binär)
GLM für binäre Antworten (0/1, OK/NOK) — modelliert die Wahrscheinlichkeit über die Logit-Link-Funktion.
Multikollinearität (VIF)
Zwei oder mehr Prädiktoren sind stark korreliert — die Regression kann ihre Einzelbeiträge nicht mehr sauber trennen.
Negativ-Binomial-Regression
GLM für Zähldaten mit Überdispersion — wie Poisson, aber mit zusätzlichem Dispersionsparameter .
Odds Ratio (OR)
Standard-Effektmaß der logistischen Regression — Faktor, um den sich die Chance pro Einheit von X ändert.
Overfitting (Überanpassung)
Das Modell passt sich an Zufallsrauschen der Trainingsdaten an — R² sieht großartig aus, neue Daten enttäuschen.
Poisson-Regression
GLM für Zähldaten (0, 1, 2, …) — modelliert den Erwartungswert per Log-Link, Voraussetzung Varianz ≈ Mittelwert.
Pseudo-R² (McFadden, Nagelkerke, Cox-Snell)
Ersatzmaße für R² in GLM — quantifizieren die Modellverbesserung gegenüber dem Nullmodell.
R² (Bestimmtheitsmaß)
Anteil der Streuung in Y, den das Regressionsmodell erklärt — 0 = nichts, 1 = perfekt.
Rate Ratio (RR)
Effektmaß der Poisson- und Negativ-Binomial-Regression — Faktor, um den sich die erwartete Anzahl pro Einheit von X ändert.
Regression
Beschreibt den Zusammenhang zwischen einer Zielgröße Y und einer oder mehreren Einflussgrößen X als mathematisches Modell — nicht nur „bewegen sie sich zusammen“, sondern eine Vorhersagegleichung.
Residuen (Residuals)
Differenz zwischen beobachtetem und vorhergesagtem Y — das, was das Modell nicht erklärt.
Überdispersion (Overdispersion)
In Poisson-Modellen: die beobachtete Varianz übersteigt den Mittelwert — die Poisson-Annahme ist verletzt.

Risikoanalyse

Methodik

5-Why (Ursachenanalyse)
Iterative Warum-Frage zur Ursachenkette — mindestens fünfmal „warum?“ fragen, bis die eigentliche Wurzelursache erreicht ist.
Business Case
Begründet in Geld, warum das Projekt die eingesetzte Zeit wert ist — und wer den Nutzen bestätigt.
C&E-Matrix (Ursache-Wirkungs-Matrix)
Bewertet, welche Prozess-Inputs am stärksten auf die kundenrelevanten Outputs wirken — die Vorauswahl der kritischen X.
CTQ (Critical to Quality)
Messbare Qualitätsmerkmale, die aus der Voice of Customer abgeleitet werden — inklusive Sollwert, Grenzen und Priorität.
DMAIC-Zyklus
Fünf-Phasen-Rahmen der Six-Sigma-Verbesserung: Define — Measure — Analyze — Improve — Control.
Durchlaufzeit und Prozesszykluseffizienz
Gesamtzeit vom Auslösen bis zum Abschluss — und wie viel davon tatsächlich Bearbeitung ist.
Flussdiagramm
Stellt einen Ablauf als Kette aus Tätigkeiten und Entscheidungen dar — die Grundform aller Prozessdarstellungen.
Ishikawa-Diagramm (Fischgräten)
Visuelle Ursachensammlung mit Hauptästen (typisch 6M) — bündelt alle möglichen Einflüsse auf ein Problem für die Analyze-Phase.
Kano-Fragebogen
Fragt jede Anforderung doppelt — funktional und dysfunktional; erst beide Antworten ergeben die Kategorie.
Kano-Modell
Klassifiziert Anforderungen aus dem VoC→CTQ-Baum danach, wie ihre Erfüllung bzw. Nichterfüllung die Kundenzufriedenheit beeinflusst.
Lessons Learned
Dokumentierte Erkenntnisse aus einem Projekt — mit Ursache und konkreter Empfehlung, nicht nur mit Befund.
Makigami
Lean-Prozessaufnahme für Büro- und Dienstleistungsprozesse — Rollen über Schritte, mit Zeiten je Schritt.
Muda (Verschwendung)
Jede Tätigkeit, die Ressourcen verbraucht, ohne Wert für den Kunden zu schaffen — klassisch in acht Arten.
Pareto-Prinzip / Pareto-Diagramm
80/20-Regel — wenige Ursachen erzeugen den Großteil der Wirkung. Das Pareto-Diagramm visualisiert das mit sortierten Balken plus Kumulativkurve.
Problembeschreibung (Problem Statement)
Beschreibt in Fakten, was wo wann wie oft passiert — ohne Ursache, ohne Schuldige, ohne Lösung.
Projektcharter
Ein-Seiten-Vertrag zwischen Projektteam und Sponsor — definiert Problem, Ziel, Umfang, Team und Zeitplan in der Define-Phase des DMAIC.
Projektumfang (Scope)
Grenzt ab, was zum Projekt gehört und was nicht — die Verteidigungslinie gegen Scope Creep.
Prozesskarte (Flowchart)
Detaillierte Darstellung des tatsächlichen Prozessablaufs — Grundlage für die Measure- und Analyze-Phase im DMAIC.
RACI-Matrix
Ordnet jeder Aufgabe vier Verantwortungsarten zu — Responsible, Accountable, Consulted, Informed.
SIPOC
Kompakte Prozess-Übersicht: Suppliers — Inputs — Process — Outputs — Customers. Standardwerkzeug der Define-Phase im DMAIC.
Six Sigma
Daten- und methodengetriebene Verbesserungsphilosophie — Ziel: Prozessfähigkeit auf Niveau 6σ (≈ 3,4 defekte Teile pro Million).
Stakeholder und Stakeholder-Analyse
Wer das Projekt beeinflussen kann oder von ihm betroffen ist — eingeordnet nach Macht, Interesse und Haltung.
Swimlane (Deployment-Flowchart)
Verteilt Prozessschritte auf Bahnen je Rolle — macht Zuständigkeiten und Übergaben sichtbar.
VoC→CTx-Baum
Übersetzt Kundenaussagen in vier Stufen zu messbaren Anforderungen: Aussage, Bedürfnis, Treiber, CTx.
Voice of Customer (VoC)
Systematische Erfassung von Kundenaussagen und -bedürfnissen — Basis jeder CTQ-Ableitung.
Wertschöpfung (VA / NVA)
Trennt Schritte, für die der Kunde zahlt, von denen, die er nicht bezahlen würde — die Grundfrage jeder Lean-Analyse.
Wurzelursachenanalyse
Sucht die Ursache hinter dem Symptom — die Stelle, an der eine Maßnahme das Problem dauerhaft beseitigt.
Zieldefinition (Goal Statement)
Legt messbar fest, was das Projekt erreichen soll — mit Ausgangswert, Zielwert und Termin.

Datenvisualisierung

TRIZ / Erfinderisches Problemlösen

40 erfinderische Prinzipien
Altschullers Katalog abstrakter Lösungsstrategien — von „Zerlegung" bis „Eigenschaftsänderung", nummeriert 1–40.
76 Standardlösungen
Altschullers Lösungskatalog zur Su-Field-Analyse, in fünf Klassen — von Modellaufbau bis Messung und Vereinfachung.
Evolutionstrends technischer Systeme
Wiederkehrende Entwicklungslinien aus der Patentanalyse — die nächste Stufe ist eine prüfbare Innovations-Hypothese.
Ideales Endresultat (IFR)
Die nützliche Funktion wird erfüllt, ohne System, ohne Kosten, ohne Nebenwirkung — Zielbild vor jeder Lösungssuche.
Idealitätsgrad
Verhältnis von nützlichen Funktionen zu Kosten und schädlichen Wirkungen — die Richtungsgröße jeder TRIZ-Entwicklung.
MATCEM (Feldtypen)
Sechs kanonische Wirkfelder: Mechanisch, Akustisch, Thermisch, Chemisch, Elektrisch, Magnetisch.
Physikalischer Widerspruch
Ein und derselbe Parameter muss gleichzeitig zwei gegensätzliche Werte annehmen — „X soll A sein UND nicht-A".
Ressourcen-Analyse
Inventur aller vorhandenen Stoffe, Felder, Räume, Zeiten, Informationen und Funktionen — vor jeder neuen Komponente.
Separationsprinzipien
Vier Wege, einen physikalischen Widerspruch aufzulösen: Trennung in Zeit, Raum, Bedingung oder Systemebene.
Substanz-Feld-Analyse (Su-Field)
Modelliert jede Wechselwirkung als Dreieck aus Werkzeug (S1), Objekt (S2) und Feld (F) samt Qualität der Wirkung.
Supersystem und Subsystem
Die Ebene über und unter dem betrachteten System — Quelle freier Ressourcen und Ansatzpunkt für Systemsprünge.
Systemoperator (9 Fenster)
3×3-Raster aus Zeit (Vergangenheit/Gegenwart/Zukunft) und Hierarchie (Sub-/System/Supersystem) gegen den Tunnelblick.
Technischer Widerspruch
Ein Parameter verbessert sich nur auf Kosten eines anderen — der Standardfall für die Widerspruchsmatrix.
TRIZ (Theorie des erfinderischen Problemlösens)
Systematische Innovationsmethodik aus der Patentanalyse — löst Widersprüche mit bewährten Mustern statt mit Kompromissen.
Widerspruchsmatrix (Altschuller-Matrix)
39×39-Nachschlagetabelle: verbesserter gegen verschlechterten Parameter — die Zelle nennt die bewährten Lösungsprinzipien.