Nelson-Regeln (Western Electric)

Muster-Regeln zur Erkennung von Sonderursachen auf Regelkarten — 8 Regeln, die über den reinen ±3σ-Test hinausgehen.

Auch bekannt als: Nelson-Regeln, Western-Electric-Regeln, WE-Regeln, Runs Rules, SPC-Muster-Regeln

Die Nelson-Regeln (Nelson, 1984) erweitern die klassischen Western-Electric-Regeln (1956) und definieren typische Muster, die auf eine Sonderursache hindeuten. Sie nutzen die Zonen A, B, C zwischen Mittellinie und Regelgrenzen (je 1σ breit).

  • Regel 1 — 1 Punkt außerhalb ±3σ (out-of-limit)
  • Regel 2 — 9 Punkte in Folge auf derselben Seite der Mittellinie (Niveauverschiebung)
  • Regel 3 — 6 Punkte in Folge steigend oder fallend (Trend)
  • Regel 4 — 14 Punkte alternierend (systematisches Zickzack)
  • Regel 5 — 2 von 3 Punkten in Zone A (>2σ, gleiche Seite)
  • Regel 6 — 4 von 5 Punkten in Zone B oder A (>1σ, gleiche Seite)
  • Regel 7 — 15 Punkte in Folge in Zone C (Streuung zu klein → Mischung / falsche Grenzen)
  • Regel 8 — 8 Punkte in Folge außerhalb Zone C (kein Punkt nah an der Mittellinie)

Auf der MR-, R- und S-Karte werden nur die Regeln 1–4 geprüft (wie in Minitab); die Zonenregeln 5–8 gelten nur für die Einzelwert- bzw. X̄-Karte.

Siehe auch

Verwendet in

Im Algorithm-Lab

Quellen

  • Nelson, L. S. — Technical Aids: The Shewhart Control Chart — Tests for Special Causes, Journal of Quality Technology, 16(4), 1984
  • Western Electric Company — Statistical Quality Control Handbook, 1956
  • Montgomery, D. C. — Introduction to Statistical Quality Control, 8th Edition, Chapter 5