Physikalischer Widerspruch
Ein und derselbe Parameter muss gleichzeitig zwei gegensätzliche Werte annehmen — „X soll A sein UND nicht-A".
Auch bekannt als: Physikalischer Konflikt, Inhärenter Widerspruch
Beim physikalischen Widerspruch wird die Forderung auf einen einzigen Parameter zugespitzt: X soll A sein, damit die eine Wirkung eintritt, und X soll ¬A sein, damit die andere eintritt. Eine Tragfläche soll lang sein (Auftrieb beim Start) und kurz (Widerstand im Reiseflug); eine Tasse soll heiß sein (warmer Kaffee) und kalt (Lippenschutz).
Der physikalische Widerspruch ist enger als der technische — und genau deshalb mächtiger: er lässt keinen Kompromiss zu und erzwingt eine echte Auflösung über die vier Separationsprinzipien in Zeit, Raum, Bedingung oder Systemebene.
Siehe auch
Verwendet in
Quellen
- Altschuller, G. S. — Erfinden: Wege zur Lösung technischer Probleme, 2. Auflage, VEB Verlag Technik Berlin, 1986
- Koltze, K. & Souchkov, V. — Systematische Innovation: TRIZ-Anwendung in der Produkt- und Prozessentwicklung, 3. Auflage, Hanser, 2018
- Orloff, M. A. — Modern TRIZ: A Practical Course with EASyTRIZ Technology, Springer, 2012