Referenzteil (Normal / Master)
Kalibriertes Teil mit bekanntem, rückführbarem Wert — Voraussetzung für Bias-Bestimmung in der MSA Typ 1.
Auch bekannt als: Normal, Master, Kalibrierteil, Referenznormal
Ein Referenzteil (auch: Normal, Master) ist ein Werkstück oder Prüfmittel, dessen wahrer Wert für das zu prüfende Merkmal mit deutlich höherer Genauigkeit als die des Messsystems bekannt ist — üblicherweise durch Kalibrierung gegen einen nationalen Standard („rückführbar“).
- Ohne bekannten Referenzwert kann kein Bias bestimmt werden — die MSA Typ 1 reduziert sich auf reine Wiederholbarkeit
- Der Referenzwert sollte im Bereich der mittleren Spezifikation liegen, damit der Bias-Test aussagekräftig ist
- Rückführbarkeit heißt: das Kalibrierzertifikat verweist auf ein anerkanntes Normal (PTB, NIST o. ä.)
- In der Stabilitäts-Studie (MSA Typ 6) übernimmt dasselbe Referenzteil eine andere Rolle: nicht der Bias an einem Zeitpunkt zählt, sondern die wiederholte Messung desselben Teils über Wochen oder Monate
Siehe auch
Verwendet in
Im Algorithm-Lab
Quellen
- VDA Band 5 — Prüfprozesseignung, 3. Auflage
- AIAG — Measurement Systems Analysis Reference Manual, 4th Edition (MSA-4)
- DIN EN ISO/IEC 17025: Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien