Langzeit-Prozessfähigkeit Ppk

Langzeit-Prozessfähigkeit auf Basis der Gesamtstreuung (Stichproben-Standardabweichung, n − 1).

Statusvalidated
Version1.1.0
Minitab-EntsprechungStat > Quality Tools > Capability Analysis > Normal (Overall)

Beschreibung

Pp und Ppk sind die 'Long-Term'-Gegenstücke zu Cp und Cpk. Sie verwenden die Gesamt-Standardabweichung aller Werte (n − 1), die auch Drift und Variation zwischen Untergruppen enthält — Cp/Cpk verwenden dagegen nur σ innerhalb (MR̄/d2 bzw. gepoolte s/c4). Bei einem Prozess ohne Drift liegen Pp ≈ Cp und Ppk ≈ Cpk dicht beieinander; liegt Pp deutlich unter Cp, ist der Prozess über die Zeit nicht stabil. Ppk = min(PPU, PPL) und bestraft wie Cpk außermittige Prozesse. Ppk ≥ 1,33 gilt allgemein als fähig.

Formeln

Pp
Langzeit-Prozessfähigkeit (s = Gesamt-Standardabweichung, n − 1)
Ppk
Minimum aus oberem und unterem Langzeit-Fähigkeitsindex
PPU
Oberer Langzeit-Fähigkeitsindex
PPL
Unterer Langzeit-Fähigkeitsindex
CI(Ppk)
Approximatives Konfidenzintervall für Ppk (Kushler-Hurley-Normalapproximation)

Annahmen

  • Daten sind annähernd normalverteilt
  • Datensatz repräsentiert den Langzeit-Prozess (enthält Untergruppen-Variation)
  • Messwerte sind unabhängig

Einschränkungen

  • Pp (zweiseitig) nur bei LSL und USL gleichzeitig definiert
  • Divergenz zwischen Pp/Ppk und Cp/Cpk ist ein Indikator für Instabilität — nicht ignorieren
  • Ausreichender Stichprobenumfang erforderlich (n ≥ 100 für belastbare Langzeit-Aussage)

Referenzen

  • Montgomery, Introduction to Statistical Quality Control, 8th Ed. — Chapter 7
  • AIAG — Statistical Process Control (SPC) Reference Manual, 2nd Edition
  • Kushler, R. & Hurley, P. (1992), Confidence Bounds for Capability Indices, Journal of Quality Technology, 24(4), 188–195