Fleiss κ (≥ 2 Prüfer)
fleiss-kappa — Gesamt-Übereinstimmung von zwei oder mehr Prüfern für kategoriale Daten.
Beschreibung
Fleiss κ verallgemeinert Cohens Idee auf mehr als zwei Prüfer und beliebige Kategorien. Grundlage ist die pro Teil beobachtete Paar-Übereinstimmung P_i, die über alle Teile gemittelt und ins Verhältnis zur erwarteten Zufallsübereinstimmung P_e (aus den Klassen-Randanteilen) gesetzt wird. Die klassische Formel setzt gleich viele Bewertungen pro Teil voraus (`fleiss-1971`); bei ungleichen Prüfer-Zahlen pro Teil wechselt Qprovement auf die kappa-Variante nach Randolph (free-marginal), für die es keinen geschlossenen SE-Ausdruck gibt — SE₀, z und p sind dann NaN. Der geschlossene Standardfehler nach Fleiss, Nee & Landis (1979) gilt nur unter H₀ κ = 0; er speist deshalb den einseitigen z-Test und kein Konfidenzintervall (Minitab weist ebenfalls keines aus).
Formeln
Annahmen
- Mindestens zwei unabhängige Prüfer bewerten dieselben Teile
- Kategoriale Bewertungen (binär oder nominal); für ordinale Skalen ist paarweise weighted-kappa aussagekräftiger
- Für den Standardfehler unter H₀: gleiche Bewertungszahl pro Teil
Einschränkungen
- Bei ungleichen n_i· (Randolph-Fallback) ist kein Test definiert — nur der Punktschätzer κ ist verfügbar
- Fleiss κ ist definitionsgemäß unweighted — bei ordinalen Skalen kaschiert es kleine Fehlklassifikationen
Referenzen
- Fleiss, J. L. (1971) — Measuring nominal scale agreement among many raters, Psychological Bulletin 76(5)
- Randolph, J. J. (2005) — Free-marginal multirater kappa, Joensuu Learning and Instruction Symposium
- Fleiss, J. L., Nee, J. C. M., & Landis, J. R. (1979) — Large sample variance of kappa in the case of different sets of raters, Psychological Bulletin 86(5), 974–977
- Fleiss, J. L., Levin, B. & Paik, M. C. (2003) — Statistical Methods for Rates and Proportions, 3rd Edition, Wiley (§18)