Signal Detection (d′ und Kriterium c)
signal-detection — trennt bei binären Prüfentscheidungen die reine Sensitivität (d-prime) von der Entscheidungsschwelle (criterion-c).
Beschreibung
Signal Detection Theory (SDT) nach Green & Swets (1966) modelliert eine binäre Prüfentscheidung als Vergleich einer verrauschten internen Evidenz mit einer Schwelle. d-prime misst, wie gut ein Prüfer echte Fehler von Gut-Teilen unterscheiden kann — unabhängig davon, wie streng oder tolerant er tendenziell entscheidet. criterion-c misst genau diese Neigung: c > 0 bedeutet konservativ (viele False-Alarms werden vermieden, dafür mehr Miss), c < 0 tolerant. So kann DMAIC.io zwei Prüfer mit identischer effektivitaet sauber auseinanderhalten, wenn sie sich in ihrem Bias unterscheiden. Bei Randfällen (hit = 0/N⁺ oder fa = 0/N⁻) greift die Log-Linear-Korrektur nach Hautus (1995), damit d′ und c endlich bleiben.
Formeln
Annahmen
- Binäre Entscheidung mit bekannter Referenz je Teil
- Signal- und Rausch-Verteilung normal mit gleicher Varianz (klassisches SDT)
- Ausreichend viele positive und negative Referenzteile für stabile Randraten (Faustregel: je ≥ 10)
Einschränkungen
- SDT gilt nur für binäre Entscheidungen — bei mehr als zwei Klassen sind kappa-Kennzahlen aussagekräftiger
- Die Log-Linear-Korrektur verschiebt d′/c leicht — bei allen Prüfern konsistent anwenden
Referenzen
- Green, D. M. & Swets, J. A. (1966) — Signal Detection Theory and Psychophysics, Wiley
- Macmillan, N. A. & Creelman, C. D. (2005) — Detection Theory: A User's Guide, 2nd Edition, Erlbaum
- Hautus, M. J. (1995) — Corrections for extreme proportions and their biasing effects on estimated values of d′, Behavior Research Methods 27(1)