Varianzkomponenten — REML
Schätzt die Varianzkomponenten direkt aus der restringierten Likelihood — auch bei unbalanciertem Plan.
Beschreibung
REML (Restricted Maximum Likelihood) schätzt die Komponenten, ohne den Umweg über die erwarteten mittleren Quadrate: maximiert wird die Likelihood der um die festen Effekte bereinigten Daten. Bei balanciertem Plan stimmt das Ergebnis praktisch mit Henderson I überein; bei unbalanciertem Plan ist REML die belastbarere Wahl, weil es keine Balance-Annahme braucht. Die Engine läuft mit `REML_EM_WARMUP = 5` EM-Schritten warm und rechnet danach mit Average-Information-Schritten weiter (`REML_MAX_ITER = 100`, `REML_TOL = 1e-8`, absolut und relativ geprüft). Der AI-Schritt ist restringiert: Komponenten, die negativ werden wollen, hält er auf null fest (aktive Menge) und gibt sie erst wieder frei, wenn ihr Score positiv wird — ein unrestringierter Newton-Schritt springt auf dem Rand sonst zwischen den Iterationen hin und her und konvergiert nicht. Ist der AI-Schritt gar nicht definiert, übernimmt für diese Iteration wieder EM; scheitern beide, gilt der Fit als nicht konvergiert (kein stilles Abbrechen). Vorher aussortiert werden vollständig aliasierte Terme (ANOVA-Freiheitsgrade 0) — sie machen die Average-Information-Matrix exakt singulär. Eine konstante Zielgröße wird erkannt und liefert lauter Nullkomponenten, statt aus Rundungsrauschen eine Komponente zu erfinden. Die Zeilenzahl ist auf `REML_MAX_ROWS = 500` gedeckelt, weil Speicherbedarf und Laufzeit stark wachsen — je Iteration wird eine n×n-Matrix invertiert.
Formeln
Annahmen
- Die Effekte sind unabhängig und normalverteilt
- Das Modell ist identifizierbar — jede Komponente hat eigene Information
Einschränkungen
- Höchstens 500 Zeilen (REML_MAX_ROWS) — der Speicherbedarf wächst quadratisch
- Laufzeit: je Iteration wird eine n×n-Matrix invertiert — an der Zeilengrenze dauert ein Fit mehrere Sekunden
- Liefert keine ANOVA-Tabelle: Freiheitsgrade und Quadratsummen fehlen
- Die Likelihood-Fläche kleiner unbalancierter Pläne ist flach — das Ergebnis kann vom Startwert abhängen
- Vollständig aliasierte Terme (Freiheitsgrade 0) werden vor dem Fit entfernt und mit der Komponente 0 berichtet
Referenzen
- Patterson & Thompson (1971), Recovery of Inter-Block Information, Biometrika 58(3)
- Gilmour, Thompson & Cullis (1995), Average Information REML, Biometrics 51(4)
- Searle, Casella & McCulloch (1992), Variance Components, Wiley